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Helder Camara

Bischof Dom Helder Camara ist einer der bedeutensten Figuren des II. Vatikanischen Konzils. Er hinterließ uns seine wertvollen Tagebücher und war Vorkämpfer für den Katakombenpakt, eine dienende und arme Kirche.
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Ton




Helder Câmara
(1909 - 1999) war das elfte von 13 Kindern und kam 1909 zur Welt. 1923 trat er ins Priesterseminar ein, im Alter von 22 Jahren wurde er zum Priester geweiht. 1931 gründete er die Arbeitslegion von Ceará, 1933 schuf er die Katholische Arbeiter/innen-Gewerkschaft. Mitte der 1930er Jahre fühlte er sich zur Ação Integralista Brasileira hingezogen. Am 20. April 1952 wurde Câmara zum Weihbischof von Rio de Janeiro geweiht.
In enger Absprache mit Pro-Staatssekretär Giovanni Montini, dem späteren Papst Paul VI., bereitete er maßgeblich die Gründung der Brasilianischen Bischofskonferenz (CNBB) vor (Gründung am 14. Oktober 1952), dessen Generalsekretär er bis 1964 wurde. Im Jahr 1955 gründete er zusammen mit dem chilenischen Kardinal Larrain die Lateinamerikanische Bischofskonferenz CELAM. 1956 initiierte er die Kampagne Sankt Sebastian in Rio de Janeiro, bestimmt für die Lösung der Probleme der Elendsviertelbewohner. 1959 gründete er in Rio de Janeiro die Vorsorgebank (Banco da Providência), die sich speziell mit der Elendsfrage beschäftigt.

Am 12. März 1964 wurde Câmara zum Erzbischof von Olinda e Recife ernannt. Am 2. April 1985 trat er aus Altersgründen zurück. Sein Nachfolger im Erzbistum wurde José Cardoso Sobrinho, der den Einfluss der Befreiungstheologie in Brasilien bekämpfte und Helder Camaras jahrelange Arbeit zunichte zu machen vom Vatikan beauftragt wurde.

Câmara gründete die ersten kirchlichen Basisgemeinden in Brasilien und gehörte zu den profiliertesten Vertretern der Befreiungstheologie. Er galt als einer der bedeutendsten Kämpfer für die Menschenrechte in Brasilien. Ein besonderer Dorn im Auge war ihm die Haltung der reichen Länder, die ihren Reichtum auf Kosten der Armen vergrößern.